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«Ich habe sehr viel Glück, beruflich das zu machen, was ich wirklich liebe»

Kägi Melanie 05.07.2017

Er war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, Laufenburg-Kaisten wollte einen neuen Trainer für die NLB-Mannschaft. Volleyball fasziniert den 33-jährige Polen, und so überzeugte er auch den Fricktaler Verein von sich.

«Ich versuche, meine Ziele und Träume zu verwirklichen. Und nicht, allzu oft in die Vergangenheit zu schauen», erklärt Lukasz Motyka seine Lebensphilosophie. «Was getan ist, ist getan», zitiert er Shakespeare und ergänzt: «Die Zukunft liegt in unseren Händen. Und ich freue mich schon darauf.» Für den 33-jährigen Polen gibt es ab August eine neue Herausforderung. Er zieht in die Schweiz und wird Headcoach beim NLB-Team von Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten. 

Hauptberuflich arbeitete Motyka bereits als Trainer in Polen - einer der besten Volleyball-Ligen der Welt. «Dort habe ich Erfolge gefeiert und dann dachte ich: Warum soll ich es nicht in der Schweiz versuchen?» Dank Kontakten zum Aargauer Volleyballverband (SVRA) kam es zu ersten Gesprächen, im Mai folgte ein Probetraining in Laufenburg. «Ich hatte den Eindruck, dass ich dem Team etwas bieten und ich mich hier auch als Trainer weiterentwickeln kann.»

Ein Leben, dem Lernen gewidmet

Seine Trainerkarriere lancierte er nach dem Studium. Seine Frau überzeugte ihn, nach Wien zu gehen, wo er Trainer beim Verein ‹HotVolleys› wurde. Er betreute Teams aller Altersklassen und war Assistenz-Coach der 1. Herrenmannschaft. «Ich konnte von erfahrenen Trainern wie Nina Sawatzki oder Zelijko Grbic lernen.» In Österreich habe er wertvolle Erfahrung sammeln und seine Fähigkeiten weiterentwickeln können, so der Pole, der nebst Sport sich auch für Filme, Autos und Politik interessiert. «Ich wollte die ganze Zeit von den Besten lernen, machte Praktika und beobachtete die Arbeit von meinen grossen Vorbildern.» 

Nach einigen Jahren kehrten er und seine Frau nach Polen zurück, wo er Trainer bei einem der landesweit besten Jungendvereine wurde. In der Saison 2015/16 gewann er mit den Junioren von ‹UMKS Mos Wola Warszawa› die Bronzemedaille der polnischen Meisterschaften – im Polen ein grosser Erfolg. 

Nicht nur als Trainer überzeugte Lukasz Motyka, auch als Spieler hätte er Karriere machen können. «Ganz unbescheiden gesagt, war ich recht talentiert.» Verschiedenen Verletzungen stoppten ihn aber.

Sein Ziel: Meister mit Laufenburg-Kaisten

«Als Trainer habe ich immer sehr hohe Ambitionen, nur so kann man Erfolge erzielen. Der Erfolg kommt, wenn sowohl Mannschaft als auch Trainer wirklich gewinnen wollen und alle hart dafür trainieren.» Obwohl Lukasz Motyka sein komplettes Kader noch nicht kennt, hat er sein Saisonziel bereits ernannt: Mit Laufenburg-Kaisten möchte er die Meisterschaft gewinnen. 

Ein zu hoch gestecktes Ziel? Nein. Die Spieler, welche er im Probetraining kennenlernte, hinterliessen einen guten Eindruck. Er hofft, seine Volleyball-Philosophie, welche auf taktischer Disziplin, einem modernen Spielsystemen und technischen Fähigkeiten basiert, zu übermitteln.»

Auch die Talent School des SVRA engagierte den gebürtigen Polen, der fliessend Deutsch spricht. «Kinder und Jugendliche zu trainieren, hat mir immer viel Spass gemacht.» Dort ist die Aufgabe des Trainers besonders wichtig. «Man muss Anfängern die richtige Spieltechnik beibringen, die Taktik erklären und psychologische Vorarbeit leisten.» Schliesslich könnten das die zukünftigen Spieler der Nationalmannschaft sein.

«Ich kenne kein Leben ohne Volleyball»

Lukasz Motyka emigrieret zusammen mit seiner Frau und seinem dreijährigen Sohn in die Schweiz. Volleyballerisch hat der Pole schon viel erreicht, doch auf die Frage, was sein grösster Erfolg sei, antwortet er bescheiden: «Meine Familie.» 

Er kenne kein Leben ohne Volleyball. Manchmal sei seine Frau sogar etwas eifersüchtig und scherzt, dass das Volleyball seine Liebhaberin sei. «Es ist definitiv meine grosse Leidenschaft und ich habe wirklich sehr viel Glück, beruflich das zu machen, was ich wirklich liebe.»