> Zurück

«Die olympischen Spiele wären schon cool»

Kägi Melanie 11.08.2017

Anika Schwörer ist seit diesem Jahr im Sichtungskader für die Schweizer Beachvolleyball-Nationalmannschaft. Und damit ist sie ihrem Traum einen Schritt näher.

Wer die Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Wien mitverfolgt hatte, weiss, welche Faszination diese Sportart auf Menschen ausübt. Sie vermittelt Freude, eine Begeisterung. Auch Anika Schwörer aus Möhlin weiss um die Faszination Beachvolleyball. 

Seit diesem Jahr ist die 16-Jährige im Sichtungskader für die Schweizer Beachvolleyball-Nationalmannschaft. Nur acht Spielerinnen aus der ganzen Schweiz gehören dieser Talent-Gruppe an. Ob nun ihr Ziel ist, Profi zu werden? «Die olympischen Spiele wären schon cool», erzählt Anika Schwörer. Und weiter: «Träumen darf man.» Sie aber bleibt bescheiden, denn sie weiss um die Schwierigkeit, ein solches Ziel zu erreichen: «Ich will mir die Ziele nicht zu hoch stecken, um später, wenn ich es nicht erreicht haben werde, enttäuscht zu sein.»

Schule und Sport unter einen Hut bringen

Um ihren Traum zu verwirklichen, investiert sie einiges in den Sport. Im Sommer trainiert sie dreimal pro Woche auf dem Beachfeld, hinzu kommen zwei Krafttrainings. Zudem sind fast alle zwei Wochen Trainingslager oder «Inputs» mit dem Sichtungskader. Seit gestern trainiert die Talent-Gruppe in Möhlin. Auch im Winter ist ihre Trainingspräsenz nicht weniger: Je zwei Verein-, Kader und Sandtrainings stehen an, dazu noch zwei Krafteinheiten. 

Nicht nur sportlich ist die junge Möhlinerin talentiert, auch schulisch zeigt sie gute Leistungen. Auf das neue Schuljahr hin wechselt sie an die Sport-Kanti in Aarau. Ein weiter Weg von Möhlin, doch ein Gymnasium in der Region Basel kam trotzdem nicht in Frage. «Ich bin in der Talent School in Aarau», mit der sie mehrere Trainingseinheiten absolviert. «Wenn ich in Richtung Basel gegangen wäre, hätte ich wohl den Verein und die Talent-Schule wechseln müssen. Aber ich wollte nicht alles aufs Mal ändern.» 

Weit gekommen

Neue Freunde finden ist für Anika Schwörer keine schwierige Aufgabe. Mit ihrer unbeschwerten Art und freundlichen Auftreten wird sie gut von den Menschen aufgenommen. Und das musste sie auch: Mit neun Jahren emigrierte sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder in die USA. «Als mir das meine Eltern gesagt hatten, hatte ich mich heulend in mein Zimmer eingeschlossen. Ich konnte nichts damit anfangen, ich war ja mein ganzes Lebens lang hier.» 

Dreieinhalb Jahre lebten sie in der Nähe von San Francisco. Dann kehrte die Familie wieder in die Schweiz zurück. Und für Anika Schwörer fiel wieder eine Welt zusammen: «Mir gefiel es so gut, dass ich nicht mehr zurück wollte.» Nun ist sie froh, dass sie zurückkehrten, als sie in die Bezirksschule kam. «Es war sicher einfacher in eine Klasse zu kommen, wo alle neu sind, als in eine bestehende Klasse zu kommen.»

Ein Leben ums Volleyball rumgebaut

In den USA erkannte sie ihre Faszination fürs Volleyball, bis zu ihrem 13. Lebensjahr spielte sie noch Tennis. «Ich wollte einen neuen Sport anfangen. In den USA gab es solche Summer Camps, dort habe ich mich fürs Volleyball angemeldet. Und das hat mir so gefallen, da wollte ich in der Schweiz sofort weitermachen.» 

Heute ist Volleyball ein wichtiger Lebensinhalt für sie. Denn wirklich Freizeit habe sie nicht, erzählt die 16-Jährige. «Hat man mal Freizeit, trifft man sich mit Freunden. Und die spielen meist auch Volleyball.» Um die Faszination Volleyball wusste sie schnell Bescheid: «Letzte Woche habe ich einen Aufsatz entdeckt, den ich geschrieben hatte, als ich damals mit dem Volleyball angefangen hatte. Darin stand, dass Volleyball für mich eine ganz andere Bedeutung habe, als Tennis. Und damals habe ich erst ein halbes Jahr Volleyball gespielt.» Ihre Anekdote trifft heute umso mehr zu: «Es stimmt schon, ich plane fast alles ums Volleyball herum, es hat einen hohen Stellenwert.»

«Wir wollen aufs Podest»

Am 18. und 19. August findet die Schweizermeisterschaft in Rorschach statt. Anika Schwörer zählt mit Partnerin Leoni Grenacher in der U17-Kategorie zu den Favoriten. «Wir wollen aufs Podest», nennt sie das Ziel. Eine nicht allzu leichte Aufgabe: «Es gibt fünf starke Teams, am Ende entscheidet die Tagesform.»