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Gian Künzli ist Vize-Schweizermeister U15

Sven Künzli 24.08.2020

Nach einer abgebrochenen Hallensaison ohne Final Four startete das neu zusammengewürfelte Team Künzli-Diem (Volley Amriswil) in die verkürzte Beachvolleyballsaison mit mehreren 3. und 4. Plätzen und dem Meistertitel GSGL. Am Freitag 21.8.2020 reisten die beiden Jungs an die Schweizermeisterschaft nach Luzern. Nach einer kurzen Nacht fuhr man vom Hotel früh morgens zum Lido Luzern um sich fürs Turnier einzuschreiben. Da die Jungs als Nummer 4 der Setzliste schon in der zweiten Runde gesetzt waren, konnte man sich durch gutes Scouting von Coach Künzli auf den Gegner einstellen. 

Punkt 10:00 Uhr starteten die Jungs ins Turnier. Beeindruckt von den sehr guten Aufschläge der Gegner wurden die Jungs im Verlauf des ersten Satzes immer nervöser, Coach Künzli hatte sie zwar vor dem Spiel darauf hingewiesen, aber das Team konnte denn schnellen Rückstand nicht mehr aufholen, so ging der erste Satz verdient 16:21 an Fleming-Migge (beide Volley Amriswil). Im zweiten Satz konnte die vorgegebene Taktik erfolgreich umgesetzt werden und der der Satz ging 21:18 an Künzli-Diem, das Tiebreak musste entscheiden, bis zum 13:13 war dies sehr ausgeglichen, nach einem erfolgreichen Sideout und einem Annahmefehler der Gegner war die erste Hürde geschafft und damit auch klar, dass man sicher am Sonntag noch im Turnier war.

Nach dem Mittagessen und einem Powernap im Hotel wurde die Vorbereitungen fürs ¼-Finale gestartet, wie schon in der ganzen Saison durften die Jungs ihren ¼-Final gegen die Nummer 1 der Schweiz austragen. Hess-Deecke (Aarberg/SC Gym Leonhard) starteten mit einem klaren 2:0-Erfolg in der ersten Runde besser ins Spiel. Künzli-Diem zeigten eine ansprechende Leistung im ersten Satz, ein paar Fehler zu viel führten aber zu einem 17:21-Erfolg im ersten Satz für den Gegner. 

Mit dem Wissen, jedes Team schlagen zu können, starten die Jungs in den zweiten Satz, bis zum Spielstand von 10:10 war der Satz sehr ausgeglichen. Doch dann spielten die zwei wohl eines ihrer besten Spiele in dieser Saison: Hess-Deecke erzielten in diesem Satz noch 5 Punkte und der Satzgewinn 21:15 war relativ klar. Grossartig ging es weiter und auch der Gegner spielte ein sehr gutes Spiel, kurz vor Schluss konnte man sich 13:10 absetzen es fehlten noch 2 Punkte für denn direkten Einzug ins ½ Finale, doch dann konnten die beiden Jungs die zwei Punkte nicht mehr über die Ziellinie bringen und verlor 13:15 im Entscheidungssatz. Traurig und aufgewühlt durch die verpasste Change verliess man denn Court. Coach Künzli analysierte kurz mit den zwei Jungs die Niederlage und die drei bereiteten sich schon auf den ¼-Finale im Loosertableau vor. 

Umweg übers Loser-Tableau

Der Gegner am Sonntagmorgen hiess Festag-Wicki (Arlesheim/SC Gym Leonhard). Künzli-Diem hatten die ganze Saison nie mühe gegen die zwei, dies zeigt auch das klare Resultat 21:10 und 21:11 war eine klare Antwort und eine gute Vorbereitung auf den erreichten ½-Final. 

Der Gegner im Halbfinale war klarer Favorit und die Nummer 2 der Schweiz und nicht zu vergessen die beiden Ex- Partner von Künzli-Diem, Friedli-Hunziker (SC Gym Leonhard/Volley Amrsiwil). Nicht nur Rangmässig überragen die Gegner sondern auch in der Grösse, Friedli ist mit Jahrgang 2006 schon 1.90 Meter gross. Mit Schiedsrichtern und Ballkids wurden die vier auf dem Court 2 vom Speaker vorgestellt, man spürte die Spannung bei beiden Teams und es gab kein Abtasten. Friedli- Hunziker starteten mit einem Vorsprung in den ersten Satz, doch Künzli-Diem holten Punkt um Punkt auf, der Satz endete aber mit einem 2-Punkte-Vorsprung 19:21 für den Gegner. 

Der zweite Satz startete identisch, der Gegner führte immer etwas, doch Künzli-Diem liessen sich nicht abschütteln sie starteten einen Endspurt und brachten denn Satz mit 21:17 nach Hause. 

Es hiess wieder Tiebreak und auch startete das Team Friedli-Hunziker besser. Beim Stand von 0:4 musste Coach Künzli sein einziges Timeout nehmen, dies führte zum Erfolg: man konnte wieder zum Gegner aufschliessen und es gab ein Kopf an Kopf-Rennen. Beim Stand von 13:14 hiess es Matchball Friedli-Hunziker, darauf folgte nochmals ein Matchball für den Gegner beim Stand von 15:14, doch dann schafften Gian und Leandro das Break, es hiess 16:15 und man servierte zum Matchgewinn: nach einer Rally, ein Angriff von Künzli und die zweite Schiedsrichterin meldete sich mit einem Pfiff, Julian Friedli schien einen Netzberührung begangen zu haben, das Spiel wurde nach einer kurzen Diskussion mit dem ersten Schiedsrichter beendet, die Jungs schafften den Sprung ins Finale. Man lag sich in den Armen und bei den mitgereisten Fans flossen sogar Freudentränen!

Als Nummer 4 der Schweiz schaffte man es, um den Schweizermeistertitel zu spielen - das nach der ganzen Saison und dem Turnierverlauf verdient.

Vollgas im Finale

Nach einem Bad im Vierwaldstättersee und einem Mittagessen musste man die Emotionen schnell wieder in den Griff kriegen. Wie im Halbfinale vor beeindruckender Zuschauerkulisse wurden die Jungs auf den Court gerufen. Mit dem Gegner (Hess-Deecke) hatte man noch eine Rechnung offen. Doch wie das Leben so spielt, folgte wohl das schlechteste Spiel am Turnier, das soll nicht die Leistung des Gegners mindern, doch die zwei Jungs brachten fast keinen Ball mehr im gegnerischen Feld unter und auch der Druck im Servicespiel war wie weggeblasen. Künzli-Diem liessen sich unter Wert im Finale schlagen, 11:21 und 9:21 hiess es am Schluss für den verdienten Schweizermeister Hess-Deecke, die sich aufgrund der ganzen Saison denn Titel klar verdient haben. Leider flossen jetzt Tränen der Enttäuschung, doch diese waren nach kurzem wieder getrocknet und man darf sich Vize-Schweizermeister nennen. 

Die Jungs haben mit minimalem Aufwand (es gab aufgrund der örtlichen Distanz nur ein gemeinsames Training in dieser Saison) das Maximum erreicht und können stolz auf sich sein. 

Coach Künzli meint zum Abschluss:  Nun ist es wichtig für beide, die Füsse auf dem Boden zu behalten und noch härter zu arbeiten, denn mit dem Vizemeistertitel werden sie mehr unter Druck sein, wer gewinnt nicht gerne einmal gegen einen Meister oder Vizemeister? Und ich hoffe wir werden in Zukunft noch viel von den beiden sehen, hören und lesen, beide haben sehr viel Potential, stehen aber erst am Beginn ihrer Volleyball-Laufbahn.